Seit 2003 ist Bar-le-Duc Teil des nat. Städte- und Ländernetzwerkes für Kunst und Geschichte. Von ihren antiken Relikten bis zu ihrer Architektur des 21. Jahrhunderts hat diese Kleinstadt für Besucher ein vielfältiges Kulturerbe zu bieten.
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european institute of cultural routes |
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| Caroline Hamajda |
| 05 April 2009 |
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Bar-le-Duc liegt am Vorgebirge und ist in zwei Hälften unterteilt: die Oberstadt, wo einst das Schloss stand und der untere Teil, der die Ornain, das Viertel Bourg, Neuveville und den Vorort Couchot umfasst.
Bourg
In der ehemals römischen Stadt Caturiges wurde das erste christliche Gebäude der Gegend an dem Ort errichtet, wo heute die Notre-Dame de Bar-le-Duc steht. Sie war bis zum Jahre 1787 die einzige Gemeindekirche der Stadt.
In der Periode der Merowinger entwickelte sich im Tal am Fuße des Gebirgsausläufers die "burgum barri", die der Stadt ihren Namen verlieh und den Menschen ihr Wappen gab, Wolfsbärsche (Fischart).
Als sie den kommerziellen Sektor von Bar-le-Duc darstellte, wurde die Rue du Bourg zu einer der elegantesten Straßen der Stadt. Die schönen Fassaden aus dieser Zeit können heute noch bewundert werden.
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Ansicht auf die untere Stadt von der Oberstadt aus
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Die Oberstadt
Dieser Stadtteil liegt um das Schloss der Grafen von Bar, welche hier ihren Hof hatten. Es ist der aristokratische Teil der Stadt für die Bediensteten der Grafen, im Gegensatz zur Unterstadt, wo sich die Viertel der Bürger befanden.
In der Kapelle des Schlosses, die zunächst Saint Etienne (dem heiligen Stephanus) dann Saint Marc gewidmet war, wurde ein Kanoniker Kapitel gegründet. Ihre Kircheninsignien sind seit der Französischen Revolution verschwunden: Sie diente als Grabstätte für die Grafen.
Im 14. Jahrhundert wurde eine neue Stiftskirche in der Oberstadt aufgebaut. Man widmete sie damals Saint Pierre; heute ist dies die Saint-Etienne de Bar-le-Duc Kirche
Die Neustadt
Im 14. Jahrhundert wurde Bar-le-Duc im Osten mit der Errichtung eines neuen Viertels, das hinter Bourg liegt, erweitert: Die Neustadt.
Das religiöse Hauptgebäude ist die Saint-Antoine de Bar-le-Duc Kirche, welche zwischen 1372 und 1437 errichtet wurde. Im Jahre 1382 wurde unter der Komturei von Saint-Antoine ein Priorat in Beguines und ein Klarissenkloster aufgebaut. Diese Gebäude existieren heute nicht mehr.
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Bar-le-Duc in der gallo-römischen Zeit
Archäologische Trümmer weisen auf eine bereits sehr altertümliche Besiedlung des heutigen Bar-le-Duc hin, obwohl die erste Erwähnung der Agglomeration erst auf das 1. Jahrhundert n. Chr. zurück geht.
Bar-le-Duc war zu dieser Zeit nur ein Zwischenstopp auf der Straße von Reims nach Toul, bekannt unter dem Namen Caturiges. Dieses kleine Dorf, dass sich am Ufer der Ornain befand, stellte nur einen Teil der heutigen Stadt dar.
Bar-le-Duc im Mittelalter
Kurz vor dem Jahr 1000 ließ der Herzog von Oberlothringen, Frederic d'Ardenne, ein Schloss am Vorgebirge errichten, dass das Ornaintal überragte. Dieser Bau regte gleichzeitig das Wachstum der gallo-römischen Stadt an.
Seinen Nachfolgern gelang es ein wichtiges Fürstentum zu gestalten, von dem Bar-le-Duc, ab dem 13. Jahrhundert, die Hauptstadt darstellte.
Während dieser Periode entstanden zwei neue Viertel. In der Oberstadt förderte der Graf die Niederlassung von Funktionären und Vertrauten des Schlosses, während in der unteren Stadt die Neustadt entstand.
1345 wurde die Grafschaft zu einem Herzogentum erhoben und Robert I. (1352-1411) erhielt den Titel Herzog von Bar. Im Jahre 1420 heiratete Rene d'Anjou (1419-1480), damaliger Herzog von Bar, Isabelle, die Tochter des Herzogen von Lothringen. Die Vereinigung der beiden Herzogtümer Bar und Lothringen wurde allerdings erst 60 Jahre später durchgeführt, als Herzog Rene II., Enkel von Rene d'Anjou und Isabelle, und Herzog von Lothringen seit 1473, das Vermächtnis seiner Vorfahren 1480 antrat. Von diesem Zeitpunkt an wurden die beiden Herzogtümer, auch wenn sie weiterhin getrennt waren, von ein und demselben Herrscher geführt.
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Der l'Horloge Turm
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Das Collège Gilles-de-Trèves
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Bar-le-Duc in der Renaissance und Moderne
Die Regierungszeit von Rene II. (1480-1508), die ca. eineinhalb Jahrhunderte anhielt, war die erfolgreichste Periode der Stadtgeschichte. Bar-le-Duc profitierte von günstigen ökonomischen Entwicklungen, verstärkt durch die Politik der Herzogen, welche abwechselnd das Wohlwollen der Königen Frankreichs und des Britischen Reich genossen.
Das Schloss, in dem die Herzogen nacheinander wohnten, war ein Ort für adelige Geburten und opulente Feiern. Die Herzogen umgaben sich mit einem prunkvollen Hof, der Künstler und Literaten anzog. Während dieser Periode wurde die Oberstadt und die Rue du Bourg mit verzierten Quadersteinen verputzt, wobei die bemerkenswert dekorativen Elemente hervorzuheben sind.
Das 17. Jahrhundert war eine tragische Zeit für Bar-le-Duc. Die Stadt wurde von Hungersnöten heimgesucht und von dem Dreißigjährigen Krieg hart getroffen. Das Resultat der frankreichfeindlichen Politik von Herzog Charles IV. war desaströs. Die Stadt wurde mehrfach von französischen Truppen besetzt, bis Louis XIV. 1670 den Abriss der Befestigungsanlagen sowie des Schlosses befahl.
Der französische Einfluss verstärkte sich als die Regierung der Herzogtümer Bar und Lothringen im Jahr 1737 von Stanislas Leszcinski, Schwiegervater von Louis XV., übernommen wurden. Unter der Herrschaft dieses letzten Herzogs erlebte Bar-le-Duc eine weitere blühende Periode, die den Bau von Gebäuden, die Ausbesserung der Stadttore und die Entstehung von Boulevards mit sich brachte.
Nach dem Tod von Stanislas im Jahr 1766 fiel das Herzogtum endgültig an Frankreich zurück. Während der französischen Revolution erhielt die Stadt den Namen Bar-sur-Ornain, was republikanischer klang. Des Weiteren wurde sie zum administrativen Zentrum der Region.
Bar-le-Duc in der heutigen Zeit
In der Mitte des 19. Jahrhunderts profitierte Bar-le-Duc von zwei Wegen der Entwicklung und Kommunikation: Dem Kanal von der Marne zum Rhein und der Eisenbahnlinie von Paris nach Straßburg.
Industriell gesehen haben Stahlwerke die Stadt zu einem wichtigen Metall verarbeitenden Standort gemacht. Auch die Brauereien waren florierend und angesehen. Während die Textilindustrie auf Grund des Wettbewerbs mit moderneren Firmen langsam verschwand, konnte sich Bergere de France dennoch einen Namen im Strickereibereich machen.
Mit der Niederlage von 1870 wurde Bar-le-Duc zu einer Grenzstadt. Trotzdem war sie nur wenig von den Kämpfen des Ersten Weltkrieges betroffen. Die Stadt spielt eine wichtige strategische Rolle, da die Regionalzüge von Bar-le-Duc aus, die Varinot, über den Voie Sacree Verdun versorgen.
In den 60ern wurde ein Sanierungsprogramm initiiert, welches die Gegend um Sainte-Catherine verbesserte. Heute hat die Stadt stolz ihr reiches Kulturerbe wieder entdeckt, so dass die Region um die Oberstadt seit 1973 als geschützte Region klassifiziert wurde.
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| Bar-le-Duc, die Hauptstadt der Johannisbeere |
Die Johannisbeermarmelade, entkernt mit Gänsefedern, ist seit 1344 eine einzigartige, regionale Tradition und auch bekannt als „Kaviar von Bar“.
Heute wie damals setzt die Arbeit des Entkernens einen langen Lernprozess, sowie eine Menge Geduld voraus. Die Kerne der Johannisbeere werden einzeln mit Hilfe des Zeigefingers und dem Daumen entfernt. Zunächst wird vorsichtig die Haut der Beere mit einer Gänsefeder aufgeschnitten und dann die Kerne herausgenommen, dies möglichst ohne das Fruchtfleisch zu beschädigen.
Für diese Arbeit können keine Maschinen eingesetzt werden, so dass drei Stunden Arbeit nötig sind um ca. ein Kilogramm Johannisbeeren zu entkernen. Die Johannisbeeren werden dann in ein leicht kochendes Zuckersirup gegeben, damit sie ihre Farbe und ihren Geschmack behalten. Nach dem Abkühlen wird die Marmelade in verschiedenen Gläsern präsentiert.
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Der „ducale et tastépépineuse sénéchalerie des gousteurs de groseilles“ ist ein seit dem 30. Oktober 1974 am Landesamt von Meuse unter der Nummer 1267 eingetragener Verein. Sein Ziel ist es Informationen über die traditionelle Johannisbeermarmelade über das Ornaintal hinaus zu verbreiten und so den Umsatz zu steigern, sowie die Qualität dieser einzigartigen lokalen Spezialität zu schützen und zu erhalten.
Die Gesellschaft besteht aus Ehrenmitgliedern und Entkernern. Sie wird von einem Rat beaufsichtigt, der alle drei Jahr durch Dritte Parteien gewählt wird. Dem Verein ist es untersagt an politischen oder religiösen Diskussionen oder Demonstrationen teilzunehmen.
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