In der römischen Ära war Grand ein Heiligtum zur Ehrung des Wassers, das dem römischen Gott Apollo und seinem gallischen Pendant Grannus gewidmet war, Götter der Heilung und der Jagd.
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european institute of cultural routes |
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| Caroline Hamajda |
| 25 March 2009 |
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Die Göttlichkeit des Heiligtums
Der Name Grand stammt von dem gallischen Gott Grannus, besser bekannt als Apollo, was zeigt, dass die Menschheit sich seit langem seiner Gottheit sicher war.
Während Grannus ein heilender und mildtätiger gallischer Gott ist, wird Apollo auch als Gott der Medizin betrachtet.
Die Funktion des Heiligtums
Die Funktion des Heiligtums steht in direkter Verbindung mit der Gottheit Apollo Grannus.
Der einzige Hinweis, dass Grand eine heilige Stätte war, ist ein Votivbild (ex-voto) auf einer Marmorplatte, die die Ausübung des orientalischen Brauchs der Inkubation erwähnt.
Die Beschreibung des Rituals der Inkubation:
„Der Patient, nachdem er reinigende Zeremonien durchlaufen sowie Geschenke angeboten hat, betrat die heiligen Ruhestätte; er legte sich hin auf Tierhäute und schlief ein; während seines Schlaf würde ihm Gott erscheinen und ihm eine prophetische Offenbarung geben, die der Patient sucht oder eine Anweisung, wie er seine Krankheit überwinden könne.“
Andere medizinische Aktivitäten wurden hier ebenfalls durchgeführt, wie uns die Entdeckung von zwei Niederschriften eines Augenarztes bestätigten. Sie beinhalten Rezepte für eine Augenlotion zur Behandlung von Augenproblemen sowie zwei Tafeln aus Elfenbein, die Tierkreise zeigen. Letztere stammen aus Ägypten und dienten wohl als Werkzeug eines Magiers oder Medizinmannes, der sich mit astrologischen Prophezeihungen beschäftigte.
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Keiner dieser Relikte beweist die tatsächliche Durchführung einer einzigen Therapien an der heiligen Stätte von Grand. Jedoch fanden hier wohl viele verschiedene Aktivitäten statt, die sich mit dem Körper und dem Geist befassten.
Die Weiterführung des religiösen Denkmals
Die gallo-römische Periode war zweifellos eine der erfolgreichsten Zeiten für Grand. Dennoch sollte nicht die einstige keltische Verwendung vergessen werden: der keltische Gott Grannus wurde hier bereits verehrt als es noch keine Verbindung zwischen ihm und Apollo gab.
Zum Ende der römischen Ära zeigten die Leiden der Sainte Libaire, dass die heilige Stätte von den Christen vereinnahmt worden ist. Vom Mittelalter bis zum modernen Zeitalter, überlebte die Erinnerung an die Wasseranbetung durch die Sainte-Libaire Kapelle.
Auch heute noch zeigen die jährlichen Prozessionen zu Ehren der Reliquien der heiligen Märtyrerin (23. Juni, Gedenkfreier zur Rückkehr der Reliquien von Toul nach Grand im Jahre 1792) und die Statue von Libaire (am 8. Oktober) die Andacht an die Schutzheilige der Stadt.
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Die Festungsmauer von Grand ist mit ihrem Umfang von 1760 Metern die einzige Rundmauer des frühen Römischen Reiches, die während einer Friedensperiode auf dem Territorium des heutigen Lothringens errichtet wurde.
Die Gestaltung ist ungewöhnlich da ihr Verlauf nicht durch topographische oder strategische Verpflichtungen bedingt war. Nichts hält die Rundmauer davon ab eine geometrische Form zu sein. Der ungewöhnliche Grundriss ist daher beabsichtigt.
Die 18 Hektar innerhalb der Mauer sind ebenfalls ungewöhnlich aufgeteilt. Im Osten ist ein Bereich für öffentliche Gebäude vorbehalten (Basilika, Tempel, Thermen). Der westliche Teil besitzt seit der Antike keine solcher Gebäude und ist heute bekannt als der Grand Garten („Grand Jardin“). Der Grundriss der Stadt entspricht nicht einer traditionell römischen Stadt und reicht mit ungleicher Dichte und Verteilung bis außerhalb der Mauer.
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Bei der Betrachtung der Struktur der Festungsmauer, so wird ersichtlich wieviel Mühe man sich mit der Bau gab.
Der Schutzgraben
Die Rundmauer ist durch einen Festungsgraben verstärkt. Er misst 450 Meter Länge und ca. 1,35 Meter Tiefe und ist vollständig von einer dünnen Lehmschicht, die hinzugefügt wurde, überzogen. Er verläuft parallel zur Mauer und in einigen Teilen vereinigen sich die Ufer mit ihm mit einer Schicht von natürlichen Lehm.
Die Kurtinen
Sie sind auf Fundamenten geschichtet, deren Tiefe je nach Beschaffenheit des steinigen Untergrundes variiert, und messen ca. 2,70 bis 2,80 Meter. In bestimmten Kellern dienen sie heute als Fundamente für Häuser.
Die Höhe
Die Tiefe der Kurtinen mit eingerechnet, liegt der Wehrgang der Mauer in ca. 6 Meter Höhe. Er wurde mit großen Kalksteinplatten gestaltet. Die Mauer wurde in der Höhe mit einer Brüstung vervollständigt, auf der sich Schießscharten befinden. Diese sind identisch mit den Schießscharten des altertümlichen Triers.
Die TürmeDie sieben Türme sind nach heutiger Ansicht alle rund gewesen. Ihre heutigen Überreste sind nicht höher als ihre Kurtinen. Unterhalb des theoretischen Standortes des nördlichen Turms des Haupttors führte eine Wendeltreppe, welche in einem guten Zustand ist, zu einer unterirdischen Gewölbegalerie.
Die Tore
Drei der Tore finden sich im nord-östlichen Bereich. Das vierte Tor, in der Mitte des östlichen Bereiches, ist reich verziert und mit Skulpturen geschmückt.
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Die ersten methodologischen Ausgrabungen des Amphitheaters wurden von Jean-Baptiste Prosper Jollois durchgeführt. Zwischen 1820 bis 1823 arbeitete er an den seitlichen und südlichen Bereichen des Bauwerks.
1840 begann Jules Laurent, später 1880 Felix Voulot, eine Bestandsaufnahme vorzunehmen. Jedoch wurde das Amphitheater schnell zu einer von Gestrüpp bedeckten Fundgrube, von der Steine entnommen wurden, um Häuser im Dorf zu bauen.
Erst zwischen 1963 bis 1979 führte Roger Billoret eine systematische Reinigung und Bergung des Amphitheaters durch. Bei den Arbeiten wurden nahezu 50 000 m³ Erde entfernt, um dem Monument sein einstiges Aussehen zurück zu geben.
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Das Amphitheater wurde ca. 80 vor Christi errichtet und besitzt die Form eines Halbkreises, welche sowohl eine Anpassung an das Terrain darstellte, als auch charakteristisch für Gallien war.
Ca. 17 000 Zuschauer konnten in dem Amphitheater Platz finden um den Gladiatoren oder der Jagd zu zu sehen.
Auch wenn das Amphitheater seit dem 4. Jahrhundert nicht mehr genutzt wurde, sind seine Außenwände und einige Bögen im großen Achsengang erhalten geblieben.
Am hinteren Ende der Arena befanden sich zwei Kapellen (sacella) zur Ehrung der Götter der Spiele. Eine Konsekration für den Gott Mars und ein kleiner Altar zur Ehren von Jupiter und auch Diane und Nemisis wurden von Jollois unter der südlichen "sacellum" entdeckt.
Die kürzlich durchgeführten Restaurationen am Amphitheater gaben ihm seine Sitzreihen zurück; das verwendete Material, ein exotisches Holz, dass resistent gegen schlechtes Wetter ist, sollte dem Monumente die Möglichkeit geben seinem eigentlichen Zweck als Arena für Aufführungen wieder zur Verfügung zu stehen.
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Mit dem Fund eines Mosaiks im Jahre 1883, entdeckte Felix Voulot eine Basilika deren Grundriss erst durch die folgenden Ausgrabungen zwischen 1961 und 1962 vervollständigt wurde.
Die Basilika besteht aus einem großen rechteckigen Raum, dessen Ausgang im Osten liegt und im Westen durch einen zweiten Raum, der in einem Halbkreis endet, verlängert wird.
Letztgenannter Raum war vollständig mit Mosaik gepflastert und wurde wahrscheinlich einst als Kurie oder Gericht genutzt.
Das Mosaik:
Das Hauptmuster des Mosaiks besteht aus Verflechtungen mit halb runder Form, die halb schwarz halb weiß sind. Diese Verflechtungen sind zunächst gefolgt von elegantem Akanthuslaubwerk und dann von verschiedenen geometrischen Formen, die miteinander kombiniert wurden.
An den Ecken des zentral gelegenen Vierecks befinden sich vier Tiere in einer Bewegung: zwei sind von "exotischem" Ursprung (ein Panter und ein Tiger) und zwei sind von regionaler Abstammung (ein Bär oder Hund und ein Wildschwein). Sie könnten für die verschiedenen Saisons der Spiele, die im Amphitheater stattfanden, gestanden haben.
Von dem zentralen Viereck blieb nur der linke Teil erhalten, der zwei Menschen zeigt, die sich in einem Gespräch befinden. Die linke Person steht unter einer Art Vordach und trägt eine kurze Tunika sowie eine Maske und lehnt gegen einen Pfosten. Die zweite Person trägt eine lange Tunika und wird so gezeigt, dass sie zu drei Vierteln unter eine Arkade steht; sie hält ihre Hand in Richtung ihres Gesprächspartners. Dieses Bild stellt für einige eine Szene aus einer römischen Komödie dar, für andere ist es ein Hirte, der an der Eingangshalle des Heiligtums um eine Audienz bei einem Priester des Apollo bittet.
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In der Basilika
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Detailansicht des Mosaiks
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| Weitere gallo-römische Relikte |
Der Tempel von "Jardin Huguet" (Huguets Garten):
Zahlreiche archäologische Funde belegen die einstige Existenz eines wichtigen Tempels in Grand. Wichtig in beidem: der Größe und dem Reichtum des Dekors.
Das zierende Dekor des Monuments ist von römisch architektonischer Tradition. Die Errichtung wird auf den Zeitraum zwischen Ende des 1.und Anfang des 2. Jahrhunderts geschätzt. Mit Hilfe von Skulpturen und Konturen übermittelt er auch Mythologien. Die Skulpturen umfassen Widmungen für die Götter Apollo und Bacchus.
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Die Thermalbäder
Die Thermen wurden infolge von Sanierungsarbeiten im Januar 1969 entdeckt. Der Großteil der Thermen befindet sich entlang einer Straße in Liffol. Weitere Teile sind unter den Häusern, die an der Straße liegen, begraben.
Im Jahre 1963 wurde während Arbeiten an der Wasserversorgung ein Raum, beheizbar durch ein Hypokaustum, offen gelegt. Dieser Fund wurde 1969 bestätigt und man fand weitere Räumlichkeiten dieser Art. Einer dieser Räume besitzt einen karierten reich dekorierten Marmorboden. Seine Wände sind mit Platten verschiedenen Marmors bedeckt, die eine farbenprächtige Marketerie mit hauptsächlich geometrischen Mustern zeigen.
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| Die Verehrung der Sainte Libaire |
Das Martyrium der Heiligen:
Viele Pilgerstätten entstanden durch das Martyrium von Heiligen in der Spätantike. Die Heiligen verloren häufig durch den Henker ihren Kopf, nahmen diesen jedoch danach wieder an sich. Ein solches Wunder sollte zeigen, dass der christliche Glaube größer als der Tod und dass Gottes Wünsche stärker als die Gewalt der Heiden sei.
Elophe, Ecuaire und Libaire wurden in eine reiche Patrizierfamilie geboren. Als gläubige Christen durchliefen sie während der Herrschaft von Julian Apostata um 362 dasselbe Martyrium. Sie starben an drei verschiedenen Orten, die so dann zu wichtigen Pilgerstätten wurden.
Kaiser Julian befahl Libaire ihren Glauben zu Gunsten seines Glaubens abzulegen und Apollo anzubeten. Als Antwort stürmte sie zu der Statue des römischen Gottes und stieß diese von ihrer Halterung. Wutentbrannt lies der Kaiser sie enthaupten. Sie nahm darauf hin ihren Kopf in die Hände und ging zu einem Brunnen um ihn zu waschen.
Das Schicksal ihres Bruders Elophe ereilte diesen nicht weit entfernt von Grand, in Soulosse; Euraire wurde in Pompey in Meurthe-et-Moselle umgebracht.
Die Sainte-Libaire Kirche
Errichtet im Zentrum des Dorfes umfasst die Kirche zweifellos teilweise ein vorchristliches Gebäude, dessen Wichtigkeit und Funktion unbekannt sind.
Im Original besaß der Bau, der einer Basilika sehr ähnlich war, ein Schiff, das nur mit einem einzigen Dach bedeckt war. In der süd-westlichen Ecke befindet sich ein Glockenturm, der als Verteidigung und Schutz für die Einwohner von Grand verwendet wurde.
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Die Sainte-Libaire-Kapelle
Die Kapelle wurde entlang der alten römischen Straße von Grand nach Soulosse errichtet. An dem Ort, wo das Grab von Sainte Libaire vermutet wird, befand sich in der gallo-römischen Zeit zunächst ein wichtiges öffentliches Gebäude, das als Nekropolis im Mittelalter Verwendung fand. Der Bau der Kapelle fand während der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts statt.
Außerhalb von Grand liegend, wirkt die Kapelle etwas vernachlässigt; dieser Eindruck wird durch fehlende Einrichtungsstücke (Bänke, Altäre, Chor), Skulpturen und Gemälde verstärkt.
Die Sainte-Libaire de la Place Kapelle
Eine Kapelle deren Entstehungszeitraum unbekannt ist, lag an dem Standort des Brunnens, wo, der Legende nach Sainte Libaire ihren Kopf wusch. Das Gebäude war 1838 eine Ruine, sodass die Kommune sich entschloss, sie am Rande des Kirchenplatzes wieder zu errichten.
Die derzeitige Kapelle ist ein kleines rechteckiges Gebäude, dass von der griechischen Antike inspiriert und bedeckt von einer Imitation eines Tonnengewölbes ist.
Die "Chapelotte"
Die kleine Kapelle, die Sainte Libaire gewidmet ist, befindet sich einem Kilometer außerhalb des Dorfes, an dem Ort eines Kreuzes, dass als "Das Kreuz der Märtyrer" bekannt ist. Es soll an den vermuteten Ort der Enthauptung der Heiligen erinnern.
Die Kapelle ist ein bescheidenes Gebäude, dass von großen Linden geschützt steht. Die Struktur ist der ländlichen Architektur sehr ähnlich gehalten.
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