Farbdrucke sind nur eine der vielen Tätigkeiten, in denen die volkstümliche Kunst in Lothringen ihren Ausdruck seit dem Ende des 17. Jahrhunderts findet.
Aber wer assoziiert heute noch spontan die Bilder von Epinal mit Lothringen
Laurie Holzer |
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european institute of cultural routes |
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| Laurie Holzer |
| 02 March 2010 |
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| ... Dennoch, die Stadt Epinal gehört wirklich zu Lothringen! |
Auch wenn die meisten grösseren Städte in Lothringen ihre eigenen Farbdruckbetrieben besitzen (Metz, Nancy, Pont-à -Mousson, Lunéville...), so wurden dennoch nur die Bilder aus Epinal, welches in den Vogesen liegt, weltberühmt. Sie zeigen eine breite Spanne von Szenen, dargestellt in einer realistischen und unverkennbaren Art und Weise, so dass der Begriff “Bilder von Epinal� in die Sprache Einzug erhielt. Heute wird dieser Begriff für jegliche Form dieser stereotypischen Darstellungen verwendet.
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Ein Familienunternehmen
In der Mitte des 18. Jahrhunderts hatte Epinal eine ganze Reihe von Papierdruckerein : Jean-Charles Didier stellte Dominos her, Claude Dumoulin war Drucker, Buchverkäufer und er gestaltete Spielkarten, wie Nikolas Pellerin, der auch Buchverkäufer war und –binder, sowie Gastwirt war.
Um 1779 hatte der Sohn, Uhrenmacher, von Jean-Claude die Idee die Uhrenblätter aus Papier herzustellen...so besorgte er sich 1800 ein Druckpatent. Er konnte nun neben die Bilder, welche er Anfangs selbst gemalt oder gestochen hatte, auch Texte drucken. Schliesslich stellte er Stecher an. 1814 umfasste sein Katalog schon 164 Title, hauptsächlich Bilder von berühmten Heiligen, historischen Ereignissen und Soldaten, aber auch Märchenillustrationen...1822 vererbte J.C. Pellerin seinen Betrieb seinem Schwiegersohn Velet und seinem Sohn Nicolas. 1829 beschäftigte der Betrieb 45 Arbeiter, 1842 waren es schon 91 Angestellte, davon 17 Kinder.
Wachsendes Ansehen
Die Produktion stieg an : Obwohl die Bilder anfangs hauptsächlich religiöser Art waren, so wandelten sich langsam ihre Themen zu aktuelleren Geschehnissen bis hin zur Werbung. Die Pellerins und ihre Mitarbeiter waren Anhänger von Napoleon und publizierten zwischen 1830 und 1842 mehr als 59 Bilder, die Bezug zu dem Epos Napoleon besassen. Vor allem diese Titel befriedigten die Nachfrage der nostalgischen Bevölkerung und machten den Betrieb bekannt. Daraufhin wurden richtige Maler eingestellt und die Kollektion wurde edler und weniger altertümlich.
Die Bilder aus Druck ersetzten definitiv das Bild als einmaliges Produkt.
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Traditionelle französische Kleidung
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Der Oger in Toms Daumen
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Der Kampf um die Bilder
1860 gab es eine regelrechte Schlacht um die “Neuen Bilder von Epinal�. Verursacht wurde diese von Charles Pinot und zwei weiteren Betrieben. Sie endete mit dem Kauf des Betriebs von Pinot durch die Pellerins.
Die Pellerins entwarfen nun auch Bilder für Kinder : Theater, Kurzgeschichten und Märchenbilder um 1842, genauso wie 3D-Bilder und Bauwerke zum Ausschneiden um 1862. Diese Neuorientierung wurde für viele Farbdruckbetriebe eine grosse Herausforderung. Viele fingen langsam an zu verschwinden auf Grund politischer und wirtschaftlicher Umstände.
Der Niedergang im 20. Jahrhundert
Um 1880 unterschrieb Charles Pellerin einen Vertrag mit Gaston Lucq, alias Glucq, um eine Bilderserie mit einem lexikalischen Ziel, sowie Werbebilder zu produzieren. Eine weitere spätere Serie ist bekannt als die “mit Epinal Wappen�. Sie war ein grosser Erfolg bis 1914, da sie innovativ, aestetisch und humorvoll war, nicht mehr so moralisch wie zuvor.
Aber der Erfolg klang langsam ab, wegen der sich immer schneller ausbreitenden Kommunikationsmöglichkeiten, sowie neuer Printtechniken. So beschränkte sich der Betrieb immer weiter auf Werbeproduktionen. Die letzten traditionellen Produktionen illustrieren den Ersten Weltkrieg.
Nach den zwei Weltkriegen schaffte die Kunstindustrie es nicht sich zu modernisieren. Es folgte ein Zusammenbruch und die Ueberbleisel wurden versteigert. Die Gemeinde Epinal kaufte Teile der gavierten Hölzer und Maschinen.
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Der Wolf
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Comiczeichnungen
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| DIE 80ER & DIE WIEDERGEBURT DER BILDER VON EPINAL |
1984 entschied sich eine Gruppe lokaler Atkionäre dazu den Betrieb der Druckwerkstätte wieder aufzunehmen, um ein altes Erbes wieder zum Leben zu erwecken. Dies bedeutete nicht nur den Bewohnern von Epinal sehr viel, sonder auch den Generationen von Kindern, welche diese Bilder als Belohnung für gutes Benehmen erhielten.
Mit Hilfe der Gemeinde wurde das Gebäude restauriert und die Imagerie d’Epinal S.A. veröffentlichte wieder die Bilder, die ihr damals zum Ruhm verhalfen. Seit 1989 wird die Besonderheit dieser Bilder vor allem durch ein vorsichtiges Management und durch spezielle Farben erhalten. Dennoch hat sich die Druckerei nun an moderne Drucktechniken angepasst. Die Wurzeln dieser Bilder gehen zurück zu graphischen und künsterlischen Expressionen zu der damaligen Zeit. Es wurde eine Zusammenarbeit mit Antonio Gacia begonnen, einer der ersten Künstler, der weiss wie er seine Talente einsetzen muss, um die Anforderungen der Imagerie gerecht zu werden.
Heute arbeiten viele Künstler mit der Imagerie d’Epinal, wie Antonio Gacia : Isabel Yung, Jean-Paul Marchal, Clair Arthur, Guilaume Roussel, Olivier Claudon, Patrick France, Sidonie Hollard...Alle von ihnen ergänzen ihre Kollektionen von den Imagerie d’Epinal mit ihren eigenen Kreationen.
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Variationen von Puss in Schuhen
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From left to right: Puss in Schuhen in der traditionalen Version, Puss in Schuhen von Isabel Yung, Puss in Schuhen von Jean-Paul Marchal, Puss in Schuhen von Olivier Claudon, Little Puss in Schuhen von Guillaume Roussel
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| ZWEI WERKE VON ANTONIO GACIA |
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Dali, von Antonio Gacia
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Die Europäische Union 25, von Antonio Gacia
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| WIE KANN MAN DIE IMAGERIE D’EPINAL BESUCHEN? |
Bei der Besichtigung werden Sie ein authentisches Betriebsgebäude vorfinden, mit all seinen technischen Zubehör, dass half den Ruhm wahr werden zu lassen :
- die Holzschnitte zeigen die Präzision und das Talent der Künstler, die damals das Birnenholz mit Hohlmeisseln und Taschenmessern anfertigten
- die Gutenbergpressen, welche ihren Namen von dem berühmten Erfinder der Einzelzeichen (oder Buchstabenanschläge) erhielt, wird Ihnen verständlich machen, was die Arbeit eines Druckers beinhaltete, der ein Bild drucken wollte. Die drucktechnische Ausstellung zeigt unter anderem die verschiedenen Arten und Zeichen, die in der Imagerie verwendet werden.
- Sie werden begeistert sein zu sehen, wie sich die Pinsel aus Seide bewegen, um Tinte auf dem Bild zu verteilen. Es gibt Schablonen für jede Farbe, von der klaresten zu der dichteren. Ausserdem werden Sie die berühmte Wasserdrucke sehen, die bis zu 300 Bilder die Stunde produzieren kann.
- Im ersten Stock, nachdem Sie die alte Steintreppen hinauf gestiegen sind, werden Sie die Lithographien sehen, die aus Stein bestehen. Die Steine wurden zuvor mit Sand abgeschliffen, so dass sie glatt sind. Die Holztische der Maler, welche das Bild auf dem Stein reproduzierten werden Sie ebenfalls auffinden, genauso, wie die zwei grossen Maschinen, die heute noch funktionsfähig sind.
- Wieder zurück im Erdgeschoss werden Sie einen kurzen Blick auf die Druckbetriebe werfen können, bevor sie die Pinot Gallerie betreten. In einem klar geordneten System werden Sie mehr als 200 Jahre Geschichte, Künstler, Techniken und Events entdecken, die den einstigen Reichtum des Farbdruckbetriebes zeigen. Kurz gesagt, ein Besuch dieses ehemaligen Betriebes ist ein Muss! Und vergessen Sie nicht die Lithographien zu betrachten, sie bezeugen diese überaus reiche Vergangenheit. Sie haben auch die Möglichkeit in einem Kinosaal einen Film über die Geschichte des Lebens der Imagerie sehen.
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Die Wasserdrucke
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Die Pinot Gallerie
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Während des Bilderfestivals, welches jedes Jahr an Ostern stattfindet, werden die 200 Jahre alten Techniken des Bilddruckes wieder zum Leben erweckt: Holzschnitte, Schablonendruck, Steinmalereien und die Photogravur.
Das Bilderfestival ist ein beliebtes Zusammentreffen von passionierten Künstlern und Buntdruckliebhabern. Viele verschiedene Aktivitäten werden hier angeboten. Die Imagerie öffnet ihre Tore und bietet Musikals, Gesänge und bunte Paraden auf dem Marktplatz von Epinal. Die Künstler und Veranstalter laden Sie mit Hingabe für dieses Event ein an den Aktivitäten teilzunehmen und eventuell auch Ihre Leidenschaft zu entwickeln.
In der Kurve der Kolonnade wird Harlequin an der Gutenbergmaschine zum Drucker. Die Bilder werden erleuchtet durch die Farben, die die Pinsel auftragen. Der ruhelose Pierrot erklärt Ihnen die mysteriösen Funktionen der berühmten “gehörnten Tiere�, die Lithodrucke, welche die schwarzen Linien druckt. Und noch besser, sie druckt durch gefärbten Stein: die Chromolithography.
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Das Bilderfestival 2004, von Antonio Gacia
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Das Bilderfestival
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Im Mai 2003 wurden die “Stadt der Bilder� Gruppen zusammen mit der Imagerie d’Epinal, Privatunternehmen, das Museum der Bilder, öffentiches Gebäude, eingeweiht. Die Gemeinde Epinal hat durch das Einrichten eines Museum einen echten zeitgenössischen Ort kreiert. Hier werden die aussergewöhnlichen Kollektionen von 23 000 Bildern und Holzschnitten ausgestellt. Dies bestätigt den Wunsch nach Innovation und festigt den nationalen und internationalen Ruhm vor allem durch das Austellen der Bilder in ihren gesamten historischen Hintergrund, also in der gesamten künsterlischen Dimension.
Die Unterschiedlichen Räume des Museums
Mit seiner zeitgenössischen Architektur ist das Gebäude eine Art Gegenstück zum historischen Gebäude der Imagerie. Alles in allem sind mehr als 600 qm diesen volkstümlichen Bildern bis zu Bildern der heutigen Zeit gewidmet. Mit ihren mehr als 23 000 Bildern von französischen und ausländischen Buntdruckereien will das Museum zum ersten Forschungscenter dieser Bildern werden.
Im ersten Stockwerk befindet sich die ständige Ausstellung mit 400 qm und einigen Themenbereichen, die die Ursprünge der älteren Kunstwerke, ihre Interpretationen und Funktionen, sowie ihre Verbreitung erklären.
Die Charakteristika der europäischen Buntdruckerbetriebe kann aus einem künstlerischen Gesichtspunkt betrachtet werden, aber auch aus einem technischen. Die moderne Ikonographie ist auch in weiteren Medien, wie Büchern, Werbung und Comicheften zu finden. Diese permanente Ausstellung gibt den Besuchern die Vorraussetzungen die vielen Funktionen der Bilder verstehen zu können.
Die zwei Räume mit den wechselnden Ausstellungen haben eine Grösse von ca. 200qm. Sie erforschen die Neigungen, die Beziehungen zwischen den Bildern und anderen Gegenständen durch thematische oder durch monographische Ausstellungen. Mit Hilfe der zeitgenössischen Kunstausstellungen können Verbindungen zu heutigen Bildern hergestellt werden. Konzerte und Konferenzen vervollständigen die gewünschte kulturelle und offene Atmosphäre des Museums.
Ein Uebergang zwischen dem Museum und dem Betrieb der Imagerie lädt die Besucher ein die alten Techniken der damaligen Buntdruckerei und die Geschichte des Betriebes besser kennenzulernen. Gegründet im 18. Jahrhundert, wusste der Betrieb lange seine Produktion aufrecht zu erhalten und Weiterentwicklungen zusammen mit den Künstlern durchzuführen. Bilder der Druckerei können im Imagerie-Laden gekauft werden.
Schussendlich befindet sich im Nordgebäude ein Dokumentationcenter, welches unzählige Bücher und weitere Werke umfasst. Es ist mit einem Informationscomputer ausgestattet. Hier können Suchende, Studenten und generell die Oeffentlichkeit ihr Wissen über diese Kunstbranche verbessern. Weitere Räume, eingerichtet für unterschiedliche Aktivitäten und Mutimedia, ermöglichen es der Organisation verschiedene Animationen für Kinder und Erwachsene, basierend auf die Interpretationen und Darstellungskodex der Bilder zeigen.
Das Museum und zeitgenössische Kunst
Da das Museum hauptsächlich die Bilder aus dem 18. und 19. Jahrhundert besitzt, stellt sich auch die Frage, welches die zeitgenössischen, volkstümlichen Bilder von heute sind. Die Aufgabe besteht also nicht ausschliesslich aus der Ausstellung oder dem Wiederaufbereiten vieler veröffentlichter Drucke, sondern es zielt auch darauf ab Verbindungen zwischen den Kollektionen und den heutigen Bildern herzustellen. Als ein Beobachter der Gesellschaft und ihrer Produktionen gibt das Museum einigen Künstlern, z.B. Dorothéé Selz oder Jaqueline Salmon, die Möglichkeit ihre Arbeiten auszustellen. Diese beiden Ausstellungen bieten wechselnde Ausstellungen zu den Themen der Bilder und der Geschichte der Stadt an. In Zusammenarbeit mit den Gastkünstlern verbindet das Museum die Veragangenheit und die Gegenwart mit ihren alten und zeitgenössischen Bilder.
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Das Museum der Bilder in Epinal (Photo von B. Barbier)
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Vielen Dank an Aurélie Cuny, Kulturvermittlerin des Museums der Bilder, Christel Rigolot und das Team des CRT Lorraine, Eric Staub, Geschäftsführer der Imagerie d'Epinal.
Dieser Artikel konnte mit Hilfe der Presseinformationen des Museum of Picture, der Website der Imagerie d'Epinal und den Touristenbroschüren der CRT Lorraine.
Die Illustrationen sind der Website der Imagerie d'Epinal entnommen und mit der Autorisierung von Mister Eric Staub hier wiederverwendet worden, Die Bilder “TomsThumb's Ogre� und “der Wolf� wurde vom Museum der Bilder zur Verfügung gestellt, das Bild des Museums der Bilder von B.Barbier wurde vom CRT zugeschickt.
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