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 Basler Fasnacht
Diese bezeichnen viele Baslerinnen und Basler als die "drey scheenschte Dääg" im Jahr.
european institute of cultural routes
Michel Thomas-Penette
13 February 2010
 


Jeweils am Montagmorgen um vier Uhr wird es dunkel in der Stadt - die Königin Fasnacht übernimmt die Herrschaft. Im 2009 wird die Basler Fasnacht vom 2. bis 4. März gefeiert.

Die Fasnacht bringt die ganze Region zum Beben und auf die Strasse. Was für ein Ereignis! Doch zuerst ist die benachbarte Kantonshauptstadt Liestal an der Reihe: Am Sonntag vor der Basler Fasnacht scheint beim Feuerspektakel "Chienbäse" das Städtlein in Flammen aufzugehen. Die ideale Einstimmung für den Morgestraich am Montag früh: Punkt vier Uhr gehen in der Stadt die Lichter aus, und Königin Fasnacht übernimmt.

Piccolo und Trommel
Während dreier Tage steht die Stadt Kopf, ist ausser Rand und Band, getragen vom Klang von zehntausenden von Piccolospielern und Trommelschlägern, welche sich, zu Cliquen zusammengetan, jedes Jahr mit einem neuen Auftrittssujet, zum Cortège durch die Stadt formieren. Ergänzt, seit einer Generation, durch sogenannte Guggemusiken, Blas- und Perkussionsensembles irgendwo zwischen Big Band und Lärmmaschinen. Basel platzt fast vor Menschen während der Fasnacht.

Schnitzelbängg, Mehlsuppe und Zwiebelwähe
So wild und bunt kostümiert (Larve ist Pflicht) es während der drei Tage auch zugeht, und so sehr der spitze Basler Humor in Versen, in sogenannten "Schnitzelbängg" und auf mitgetragenen Laternen, zelebriert wird, so sehr wird der Fasnacht auch Melancholie und militärische Disziplin der Cliquenauftritte attestiert. Es ist eben beides drin: Sehnsucht und Lebensfreude. Mehrere lokale kulinarische Spezialitäten kommen mit der Fasnachtszeit Hand in Hand: die Fastenwähen, ein Kümmelgebäck, die Fasnachtskiechli, eine hauchdünne süsse Versuchung, und das klassische Morgestraich-Menu, Mehlsuppe und Zwiebelwähe.

Die Ursprünge
Die Basler Fasnacht lässt sich etymologisch von der Fastenzeit herleiten, fixiert wird der wichtigste Event im Basler Leben auch durch christliche Festtage: die Fasnacht findet jeweils sechs Wochen vor Ostern, eine Woche später als bei den weitverbreiteten Fas(t)nachten im ganzen katholischen deutschsprachigen Raum statt. Ergebnis einer päpstlichen Kalenderrevision im 16. Jahrhundert, von welcher man im schon reformierten Basel partout nicht Kenntnis nehmen wollte. Aber sonst folgen die Feiertage brav dem - mit älteren Jahreszeitritualen schon verbundenen - christlichen Kalender protestantischer Prägung, mit Ausnahme des arbeitsfreien Tag der Arbeit am 1. Mai und dem Bundesfeiertag am 1. August.
 

 
 
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